Tannhäusers Lieder und Gedichte

Im einzelnen 6 `Leiche` und 37 Lied- bzw. Spruchstrophen, kennen wir aus den Liedersammlungen des 14. Jahrhunderts, namentlich der Großen Heidelberger Liederhandschrift des Züricher Patrizieres Manesse, der Colmarer Handschrift und zweier Berliner Codices. Bei Manesse findet sich unter den 140 Bildtafeln auch das Farbblatt „der Tanhuser“ , das den Sänger im Ornat des Deutschen Ordens mit Helmzier und Wappen zeigt. Es hat zweifelsohne ein niederadeliges Geschlecht derer „de Tannhusen“ gegeben. Da wir Tannhäusers Vornamen nicht kennen, könnte er mehreren Namensträgern dieser Familien zugeordnet werden, wie etwa Siboto, Liupolt oder Sigfrid, den man gar den „Minner“ nannte und der für 1254 im Raum Würzburg als Ministeriale bezeugt ist. Von hier führt jedoch keine Spur nach Thannhausen (nur nach Weißenburg/Bayern). Nicht minder reizvollerscheint „frater Siboto de Tannhusen“, der als Zeuge in einer Urkunde von 1259 genannt und dem Deutschen Orden von Nürnberg zugeordnet wird. Er pflegte enge Beziehung zu der Augsburger Parizierfamilie Bogner, für die bereits 1246 urkundete. Und tatsächlich erwähnt „unser Tannhäuser“ in einen seiner Preislieder den „Bogenaere“ als seinen Freund und Gönner. Es kommt hinzu, daß einige Nürnberger Familien, darunter die Geuschmid de Thannhausen das Familienwappen führen, das dem der Manesseschen Liederhandschrift bis aufs Detail gleicht. Letztlich bleibt es nachdem heutigen Kenntnissstand nur eine Spekulation, wenn genau der Minnesänger zuzuordnen ist. Und auch die Frage, ob der Tannhäuser aus “unserem Thannhausen“ stammt, kann nicht mit letzter Sicherheit behauptet werden. Zumal die Archäologie bislang noch keine verwertbaren Funde aus der Zeit des Tannhäusers entdeckt hat, welche derartigen Rückschlüsse zulassen würden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit stand die Adelburg der Tannhäuser auf dem Weißen Berg nördlichen von Thannhausen, wo noch heute die Fundamente im Wald zu erkennen sind. Der namhafte Historiker Wilhelm Kraft hat 1949 aufgrund seiner Forschung den Nachweis zu erbringen versucht , daß der Tannhäuser „ein Franke aus dem Sande“ gewesen sei.